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Sollten Männer bei der Geburt dabei sein? Und warum sie dabei zu haben gar nicht so schlimm ist

Die Partnergeburt, bei der der Ehemann seine Frau nicht nur ins Krankenhaus fährt, sondern auch an der Geburt teilnimmt, wird weltweit immer beliebter. Einige Menschen denken, dass Männer bei dem physiologischen Prozess nicht dabei sein sollten. Andere wiederum sehen den Ehemann als zukünftiges Elternteil, der alle Schwierigkeiten mit seiner Frau durchstehen und ihr die notwendige Unterstützung geben sollte.

Wir von Sonnenseite haben nicht nur die aktuellen Forschungen zum Thema Geburt untersucht, sondern auch viele Geschichten von Männern und Frauen gefunden, die diese Erfahrung bereits gemacht haben.

Moralische Unterstützung ist das Wichtigste.

Es ist erwiesen, dass, wenn der Partner bei der Geburt dabei ist, sich das Risiko einer Wochenbettdepression senkt. Der Kindsvater ist derjenige, der die Frau aufmuntern oder wenn nötig ablenken kann. Er kann ihr helfen, den Schmerz und die Anspannung, die sie erlebt, zu ertragen.

Früher war die Meinung weit verbreitet, dass ein Mann die Zuneigung gegenüber seiner Frau verliert oder sie überhaupt nicht mehr liebt, wenn er bei der Geburt anwesend war. Jedoch sagen viele Männer, die diese Erfahrung gemacht haben, dass dies der glücklichste und aufregendste Moment ihres Lebens war. Außerdem bestätigen die Frauen, dass es genau die wertvolle Unterstützung war, die sie brauchten.

  • Ein Freund von mir war bei den Wehen seiner Frau dabei und auch die folgenden 3 Tage vor der Heimfahrt. Er hatte im Voraus Filme heruntergeladen, ein Menü zusammengestellt und ein Anti-Stress-Malbuch für seine Frau mitgebracht. So sieht meiner Meinung nach Liebe und Unterstützung aus! © mmmmmaaadii / Twitter
  • Ich denke, wir sollten niemanden zwingen, bei der Geburt dabei zu sein. Ich wäre bei meiner gerne nicht anwesend gewesen. Vor der Geburt meines Kindes habe ich von Ehemännern, die nie dabei gewesen sind, Gruselgeschichten über all die schlimmen Dinge, die während der Wehen passieren können, gehört. Der einzige Freund, der bei seiner Frau während der Wehen war, sagte, dass es das emotionalste und coolste Ereignis in seinem Leben war. Er versicherte meinen Mann, dass er dabei sein sollte. Wir haben es nicht bereut! Wenn wir uns jemals für ein zweites Kind entscheiden sollten, werden wir wieder eine Partnergeburt haben © svetachalova / Twitter

Sowohl während als auch nach der Geburt wird Hilfe benötigt.

Wenn die Geburt lange dauert, lassen die Ärzte die Frau im Krankenhauszimmer allein und überprüfen regelmäßig, in welchem Stadium des Prozesses sie sich befindet. In dieser Zeit benötigt die Frau Unterstützung wie noch nie. Denn die Phase der Wehen kann sehr schmerzhaft sein und sie braucht möglicherweise Hilfe, um aus dem Bett aufzustehen. Ganz zu schweigen davon, dass sie essen oder Wasser trinken muss. Wenn ein Mann denkt, dass er während der Geburt nichts tun kann, irrt er sich. Es lohnt sich, vorher spezielle Kurse zu besuchen, zu lernen, wie man ihren Rücken richtig massiert und sogar eine spezielle Entspannungsplaylist zu erstellen.

Nach der Geburt kann das Baby zu dem Vater, während der Zustand der Frau untersucht wird. Wenn er vorher geschult wurde, kann der frischgebackene Vater der Mutter sogar beim Stillen helfen. Er kann ihr helfen, die beste Art und Weise auszuwählen, das Baby zu halten und an die Brust anzulegen. Wenn eine Frau nach den Wehen, den Sorgen und dem Mangel an normalem Schlag erschöpft ist, kann sie sich nicht immer an alle Tipps erinnern, die sie vor der Geburt gelernt hat und diese anwenden. Sie kann sich nicht immer aufsetzen, und es kann ihr schwerfallen, ohne Hilfe aus dem Bett zu kommen.

Hier sind einige Geschichten von Männern, die ehrlich über ihre Erfahrungen der Partnergeburt gesprochen haben:

  • Ich wollte es auch nicht. Ich hatte sogar Angst. Ich mag keine Krankenhäuser, kein Blut und keine Schreie. Aber als es dann losging, bin ich hingegangen und habe alles getan, was ich tun sollte. Es ist eines der schönsten Ereignisse in meinem Leben. Wir haben uns nicht einmal die Frage gestellt, ob ich beim zweiten Baby dabei sein würde oder nicht. © merrois / Twitter
  • Es hängt alles von der Einstellung des Mannes zu seiner Frau ab. Ich war ein Geburtspartner und habe sie danach noch mehr geliebt und respektiert. Das Einzige, was mir schwerfiel, war zu verstehen, dass die Person, die ich liebe, große Schmerzen hatte und ich nicht viel tun konnte, um sie zu lindern. Aber meine Frau sagt, meine Anwesenheit habe ihr geholfen. © sfj_e / Twitter
  • Ich bin nicht ohnmächtig geworden, ich habe nur so viel geweint, dass ich nicht mehr aufhören konnte. Ich weinte mehr als mein Sohn, als er herauskam und sagte: “Kumpel, bist du okay?” © king__foots / Twitter

Partnergeburt unter dem Aspekt der Sicherheit

  • Die Anwesenheit bei der Geburt ist keine Laune, sondern eine Frage der Sicherheit. Während des Geburtsvorgangs kann alles Mögliche passieren und bei einer langen Geburt ist ein Arzt keine 24 Stunden lang im Krankenhauszimmer. Der Partner ist in der Lage, den Arzt schnell zu finden und in das Zimmer zu bringen, wenn ein Notfall eintritt. © PugachC / Twitter
  • Der Freund meines Vaters war bei der Geburt ihres ersten Kindes bei seiner Frau. Als ihre zweite Tochter etwas früher auf die Welt kam, konnte er seiner Frau zu Hause helfen. Hätte er die Erfahrung der Geburtspartnerschaft nicht gemacht, sagt er, hätte er nicht gewusst, was er tun sollte. © rijsamurai / Twitter

Die Geburtspartnerschaft wirkt sich auch auf die künftige Beziehung zum Kind aus.

Väter sind heute stärker in die Vorbereitung auf die Elternschaft und die Geburt sowie in die Betreuung der Kinder von den ersten Tagen an eingebunden. Die moderne Forschung bestätigt, dass Kinder, deren Väter von klein auf in ihre Entwicklung und Erziehung eingebunden sind, sich sowohl körperlich als auch seelisch besser entwickeln.

Männer, die ihre Partnerin in einem so wichtigen Moment begleiten, ohne Angst und Sorgen, beweisen, dass sie auf die Schwierigkeiten der ersten Monate der Elternschaft vorbereitet sind. Sie sehen das Baby als erstes und beteiligen sich in den meisten Fällen sofort an der Betreuung des Babys, indem sie alle Schwierigkeiten mit der Mutter des Babys gleichermaßen teilen.

Trotz aller Vorteile der Geburtspartnerschaft ist sie nicht für jedes Paar geeignet.

Nicht alle Männer haben gleichermaßen Verständnis für die Komplexität und die Verantwortung des Prozesses, der sich bei Frauen abspielt. Deshalb kann es auf der Entbindungsstation zu unerwarteten Situationen kommen, und deshalb sind auch verschiedene lustige Geschichten so beliebt.

Exzentrisches und unberechenbares Verhalten kann sowohl die Frau in den Wehen als auch die Ärzte beeinträchtigen. Daher sollte ein Paar alle Vor- und Nachteile abwägen, bevor es sich für eine Geburtspartnerschaft entscheidet. Wenn die Frau andererseits nicht sicher ist, dass ihr Mann ihr während der Geburt helfen kann und keine Angst hat, sollte die Geburtspartnerschaft nicht in Betracht gezogen werden.

Hier sind einige Geschichten von Frauen, die von der Anwesenheit ihrer Ehemänner bei der Geburt enttäuscht waren:

  • Meiner wurde fast ohnmächtig, als er sah, wie der Arzt den Dammschnitt durchführte. Seine Knie knickten ein und alle Krankenschwestern verließen mich und eilten zu ihm. Außerdem erzählte er den Krankenschwestern Witze, während ich presste. Ich sagte ihm, er solle aufhören. Bei Baby Nummer 2 lief es viel besser. © astronomydomone / Reddit
  • Die Hebamme schlug immer wieder vor, mehr Eis zu verwenden, und so stieß mich mein Mann während der Wehen immer wieder mit einem mit Eiswürfeln gefüllten Plastiklöffel in die Wange. © Muthachucka / Reddit
  • Meine Schwester bekam ihr erstes Kind und die Hebamme zeigte ihrem Mann, wie man ein Tuch auspresst und ihr Gesicht kühlt. Als sie ihm den Rücken zuwandte, warf er ihr das durchnässte Tuch einfach über das Gesicht! Meine Schwester begann zu schreien: “Schafft diesen nutzlosen Mann hier raus!” © TheKateMcK / Twitter
  • Mein Mann wurde fast ohnmächtig. Die Krankenschwester musste ihn in einen Stuhl hieven und ihn in die Ecke schieben. Währenddessen verblute ich und er bittet um eine Epiduralanästhesie für sich selbst. © alala_lana / Twitter

Männer können aufgrund von Stress anfangen, sich ungewöhnlich zu verhalten.

Männer können ein abnormales Verhalten entwickeln, nicht wegen ihres Charakters, sondern wegen des Stresses, den sie erleben. Wenn du bald Vater wirst und deine geliebte Frau unter Schmerzen leidet, kannst du zwar nicht viel dagegen tun, aber du fühlst Stress und Druck statt der erwarteten Freude. Meistens dauern die Wehen mehr als 12 Stunden und der Mann ist die ganze Zeit über angespannt, fühlt sich hilflos und macht sich Sorgen. Jeder kann unter diesen Umständen die Selbstbeherrschung verlieren und etwas tun, woran man sich beim gemütlichen Beisammensein mit der Familie noch lange erinnern könnte.

Internetnutzer berichteten über unangenehme Situationen, die ihnen oder ihren Eltern während ihrer Geburtspartnerschaft passiert sind:

  • Er sagte mir, dass mein BH zu sehen sei... © Iloveyoupineapple / Reddit
  • Ich wurde per Kaiserschnitt geboren. Meine Mutter erzählt, als sie die Operation durchführten, hinter einem Schirm, so dass sie nichts sehen konnte, mein Vater aber schon, dass er immer wieder Dinge sagte wie: “Kannst du das nicht spüren?!?!” und “Oh, das Blut!!” Sie hatte Angst, dass er ohnmächtig wird oder so, aber er wurde es nicht. © estrella172 / Reddit
  • Es war nichts Schlimmes dabei, aber nur wenige Minuten danach sah er mich an und sagte: “Das war gar nicht so schlimm. Wir könnten es wieder tun.” Jetzt finde ich es lustig, aber damals dachte ich nur: Ähm, wir? © mtwannahockaloogie_ / Reddit

Was hältst du von einer Geburtspartnerschaft? Vielleicht hast du uns etwas zu erzählen?!

Bildnachweis der Vorschau Depositphotos.com
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