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9 Erziehungstechniken, die es schon seit der Steinzeit gibt

Wir Menschen haben es seit unseren einfachen Anfängen in der Steinzeit weit gebracht. Aber trotzdem ändern sich manche Dinge nie — wie zum Beispiel die Liebe, die Eltern für ihre Kinder empfinden. Natürlich gibt es heutzutage andere Erziehungsansätze, aber die Instinkte bleiben die gleichen. Den Kindern von heute mögen Zeichenblöcke und elektronische Tablets zur Verfügung stehen, aber das alles fing vor langer Zeit mit Lehm und Höhlen an.

Sonnenseite ist in das nicht ganz leichte Leben von Steinzeit-Eltern eingetaucht. Wir waren sehr erstaunt, zu sehen, dass viele heutige Erziehungstechniken und -prinzipien auch damals schon existierten und weitergegeben wurden.

1. Kinder mit Kunst beschäftigen

Heutzutage nutzen wir Kunst oft als Lernmittel. Sie hilft unseren Kindern nicht nur, ihre Kreativität zu entdecken, sondern auch, ihre Gefühle auszudrücken. Heutzutage gibt es dafür Malbücher und eine Milliarde verschiedener Farbstifte. Aber selbst Kinder aus der Steinzeit wurden dazu angeregt, zu malen, wie Höhlenkunst in Frankreich beweist. Die Rillen, die in dieser Höhle gefunden wurden, legen nahe, dass die Kinder ermutigt wurden, ihre Finger durch weichen Lehm zu ziehen, um so kreuzförmige und Zickzack-Linien und Spiralen zu machen.

In einer der Kammern der Riesenhöhle gibt es besonders viele Zeichnungen, die nur von Kindern stammen. Experten vermuten deshalb, dass Kinder aus der Steinzeit eine Art Kindertagesstätte besuchten, in der sie sich auch im Malen übten.

2. Stillen und Baby-gesteuertes Abstillen waren ein Muss

Viele Mütter stillen heute für längere Zeit, das heißt, bis das Kind circa 3 bis 4 Jahre alt ist. Manche betreiben auch Baby-gesteuertes Abstillen, was bedeutet, dass erst abgestillt wird, wenn das Kind kein Interesse mehr daran zeigt. Und wie sich herausstellt, kehren Mütter, die dies tun, nur zu ihren Ursprüngen zurück.

Eine Studie legt nahe, dass Steinzeit-Mütter ihre Kinder ebenfalls bis zum Alter von 3 bis 4 Jahren stillten. Das könnte zur Gehirnentwicklung der Menschen und der Stärke unseres Immunsystems beigetragen haben.

3. Babys wurden herumgetragen und umsorgt

Babys werden nicht gerne alleingelassen und viele Eltern haben einen Haufen Arbeit, um den sie sich im Laufe des Tages kümmern müssen. Eine einfache Lösung, die das Kind glücklich macht und den Eltern Schuldgefühle erspart, ist es, das Baby bei der Arbeit mit sich zu tragen. Heutzutage gibt es alle möglichen ergonomischen Babytragen und Tücher, die dabei helfen. Experten empfehlen auch, das Baby auf der Haut zu tragen — es gibt Anzeichen dafür, dass sie als Erwachsene dann ausgeglichener sind.

Und es gibt Beweise dafür, dass vorzeitliche Eltern ihre Kinder ebenfalls mit sich herumtrugen, wenn sie ihre Aufgaben erledigten. Es war einfach praktischer. Außerdem konnte man die Babys so vor den zahlreichen Raubtieren beschützen.

4. Gemeinsame Spielzeiten für Kinder

Die Kinder unserer Zeit haben Spielzeuge wie Plastikschwerter, NERF-Pistolen und andere Rollenspiel-Kreationen. Und wenn man sie alleine lässt, können Kinder in jedem Alter zusammen spielen und vertragen sich gut. Alternative Erziehungsstile wie Montessori und Waldorf regen sogar zum altersübergreifenden Spielen an.

Und genau so haben auch die Steinzeit-Kinder zusammengelebt. Die Schule bestand aus Kindern aller Altersgruppen, die zusammen spielen konnten. Das Spielzeug bestand aus altersgerechten Werkzeugen und Waffen. Dadurch waren die Kinder nicht nur beschäftigt, sondern wurden auch auf das Erwachsenerleben in der Steinzeit vorbereitet.

5. Die Älteren kümmerten sich um alle Kinder

In der heutigen Zeit, in der Familien immer kleiner werden und weiter voneinander entfernt leben, verbringen Kinder häufig wenig Zeit mit älteren Familienmitgliedern. Aber trotzdem: wenn die Eltern aus verschiedenen Gründen nicht da sein können, sind es die Großeltern, die zu den Hauptbezugspersonen werden. Auch in Familien, die sich nahestehen, ist das so — wenn die Eltern weg sind, sind es die älteren Familienmitglieder, die sich um die Kinder kümmern.

Und das war in der prähistorischen Zeit genauso. Die meisten Erwachsenen wurden zu Bezugspersonen, besonders die Älteren, die wegen ihres Alters nicht mehr so oft jagten oder sammelten. Die Weisheit, die sie weitergaben, half der menschlichen Rasse, sich weiterzuentwickeln.

6. Es wurde mit Fläschchen zugefüttert

Es gibt viele Mütter, die sich aus verschiedenen Gründen mit dem Stillen schwertun. Und wie sich herausstellt, hatten die Mütter der Steinzeit ähnliche Probleme. Darum gab es schon vor 5000 Jahren die ersten Babyfläschchen, die aus Ton bestanden.

Vorzeitliche Fläschchen wurden in der Eisen- und Bronzezeit noch beliebter und Rückstände legen nahe, dass sie mit Tiermilch gefüllt wurden. Menschen waren schon immer innovativ, wenn es darum ging, das Beste für ihre Kinder zu tun. Hier ist das Bild eines Babyfläschchens aus der Bronzezeit, circa 1350 bis 800 vor Christus.

7. Positive Bestärkung statt körperliche Bestrafung

Steinzeit-Eltern haben scheinbar nicht an körperliche Bestrafungen oder Schlagen geglaubt, wie mehrere Studien nahelegen. Vieles an der steinzeitlichen Kindererziehung weist auf eine bindungsorientierte Elternschaft hin. Kinder wurden gekuschelt, getragen, gehalten und umarmt, und es ist wahrscheinlich, dass sie eher sanft gescholten als geschlagen wurden, wenn sie sich falsch verhielten.

Heute glauben Kinderpsychologen daran, dass es der mentalen Gesundheit und Ausgeglichenheit eines Kindes schadet, wenn es geschlagen wird. Das kann sich sogar im Erwachsenenalter noch zeigen. Die ersten Menschen wussten also viel über die richtige Kindererziehung.

8. Weinende Kinder wurden getröstet

Manche Experten glauben an die Weinen-lassen-Methode, wenn es ums Schlaftraining geht. Sie geben an, dass Kinder alleine schlafen sollten, wenn sie gefüttert und gewickelt sind und es bequem haben. Wenn das Kind unruhig ist und schreit, soll man es allein lassen, damit es selbstständig wird. Es gibt einige Beweise dafür, dass dieser Ansatz stimmt. Andere Experten hingegen empfehlen es nicht.

Für Steinzeit-Eltern kam das überhaupt nicht in Frage. Wenn ein Kind weinte, reagierten die Eltern oder Bezugspersonen sofort. Das Kind wurde umarmt und liebevoll beruhigt. Es gibt Hinweise darauf, dass Kinder, die Zuneigung erfahren, sich früher selbst beruhigen können.

9. Kinder wurden angeleitet, hatten aber trotzdem Freiheiten

Kunst, die weltweit in verschiedenen Höhlen entdeckt wurde, legt eine weitere Gemeinschaftstätigkeit nahe. Kinder durften malen, was sie wollten, aber ihnen wurde geholfen, Formen richtig darzustellen. Heutzutage helfen wir unseren Kindern, Buchstaben richtig zu schreiben und das Alphabet zu lernen.

Die Zeichnungen eines 2-jährigen Kindes zeigen, dass ein Erwachsener seine Hände geführt haben muss. Kunst wurde also dazu benutzt, Kinder konstruktiv zu lehren und ihnen Selbstvertrauen zu geben. Viele Experten glauben, dass es nur wenig gab, was Kinder in der Steinzeit nicht tun durften.

Welche Erziehungstechniken aus der Vergangenheit haben euch am meisten überrascht? Habt ihr diese vorzeitlichen Tipps und Tricks selbst erlebt?

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