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“Das würde man zu einer Frau niemals sagen.” — Keira Knightley glaubt, dass wir aufhören sollten, Väter für minimale Beteiligung an der Kinderfürsorge zu loben

Väter sind heute mehr denn je an der Kinderfürsorge beteiligt. Trotzdem werden sie weiterhin als “Babysitter” statt als vollwertige Elternteile gesehen und für jedes Minimum an Aufmerksamkeit, das sie ihren Kindern schenken, gelobt. Die Rolle der Frau hingegen wird oft nicht genug anerkannt.
Keira Knightley, britische Schauspielerin und Mutter von zwei Kindern, hat sich dazu geäußert und erklärt, warum diese verzerrte Sicht der Erziehung sowohl Väter als auch Mütter betrifft.

Wir von Sonnenseite waren von Keira Knightleys Ehrlichkeit und Mut beeindruckt und wollen ihre Aussage mit unseren Lesern teilen.

Sie hat sich immer für gleichwertige Elternschaft eingesetzt

Keira Knightley setzt sich seit langer Zeit für gleichwertige Pflichten von Eltern ein. In einem ihrer Interviews äußerte sie sich bezüglich der unfairen Behandlung von Müttern und Vätern seitens der Gesellschaft, wenn es ums Elternsein geht.

Knightley beantwortete die immer aktuelle Frage, die arbeitenden Müttern häufig gestellt wird — nämlich, wie sie Arbeit und Mutterschaft miteinander vereinen — nicht, indem sie ihre Tricks verriet, sondern stellte eine Gegenfrage: “Warum schließt diese Unterhaltung Männer nicht ein? Warum erwarten wir von einem arbeitenden Mann nicht, sich genauso um seine Kinder zu kümmern wie seine Partnerin? Warum nehmen wir an, dass sie keine Schuldgefühle haben, weil sie auch nicht genug Zeit mit ihren Kindern verbringen?”

Väter werden oft für minimale Anstrengungen gelobt

Die Zeiten, in denen Mütter ihre Kinder über die Karriere stellen mussten, sind vorbei. Für mehr und mehr alleinstehende Frauen ist Karriere die Hauptpriorität. Aber wenn arbeitende Mütter sich trotzdem um ihre Kinder kümmern, nehmen viele Menschen das immer noch als selbstverständlich hin — als etwas Normales und Offensichtliches. Väter hingegen, von denen erwartet wird, ihre Karriere zu priorisieren, werden selbst für minimale Anstrengungen gelobt, wenn sie Zeit mit ihren Kindern verbringen.

“Es ist selten, einen Mann im Kindergarten zu sehen. Und wenn es vorkommt, sagen die Leute: ’Ohh, was für ein toller Vater. Schaut mal, wie gut er sich um seine Kinder kümmert’”, merkte Knightley an. “Das würde man zu einer Frau niemals sagen.”

“Wir müssen wirklich anfangen, Männer zu fragen, was ihre Elternrolle ist, in welchem Ausmaß sie sich an der Kinderziehung beteiligen, und von ihnen zu erwarten, diese Verantwortung zu übernehmen”, sagte Knightley. “Wir setzen immer voraus, dass Frauen dafür die Verantwortung übernehmen, aber irgendwie lassen wir es Männern durchgehen, das nicht zu tun.”

Viele andere Mütter sehen das Problem ebenfalls

Knightley ist nicht die Einzige, die diese Position vertritt — viele Frauen, die ihre Karriere mit dem Muttersein verbinden, sehen es genauso. “Männer werden weiterhin auf ein Podest gestellt, das Frauen für sie gebaut haben”, meint Candace Granger, zweifache Mutter.

“Obwohl ich der Elternteil bin, der zu Hause bleibt, sich um unsere Kinder kümmert und sie emotional, körperlich und geistig versorgt, wird ihr Vater dafür gelobt, sie zu besuchen. Alle Eltern sollten für ihre Leistungen anerkannt werden, egal in was für einer Situation sie sich befinden. Aber diese unterschiedlichen Erwartungen sind gefährlich und unfair.”

Die Perspektive geringschätzt auch die Rolle fürsorglicher Väter

Die Aufschrift des T-Shirts sagt: Väter babysitten nicht. Man nennt es ’Elternschaft’!

Manche Väter unterstützen selbst die Idee, dass ihr Beitrag zur Kindererziehung nichts Außergewöhnliches sein sollte. “Väter babysitten nicht” ist eine Bewegung, die vor einigen Jahren ins Leben gerufen wurde. Sie unterstützt den Gedanken, dass Väter nicht als Babysitter oder Menschen, die ab und an mit den Kindern aushelfen, gesehen werden sollten, sondern als vollwertige Elternteile.

“Leute haben mich gefragt: ’Passt du heute auf die Kinder auf?’ Oder sie sagen ’Ich sehe, du hast das Baby heute angezogen’”, erzählt Al Ferguson, ein Vater, dessen T-Shirt-Aufschrift die “Väter babysitten nicht”-Diskussion ins Leben rief. “Es ist einfach veraltet. Der moderne Vater nimmt aktiver am Familienleben teil als in der Vergangenheit. Es ist altmodisch, anzunehmen, dass die Mutter die Hauptbezugsperson ist.”

Wurdet ihr schon mal mit unfairen Vorurteilen bezüglich eurer Elternrollen konfrontiert? Wie geht ihr mit solchen Situationen um?

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