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Warum deine Kinder so oft miteinander streiten, und was du dagegen tun kannst

Jeder Haushalt mit mehr als einem Kind kann lautes Gebrüll, Knallen von Türen und jede Menge Zankereien und Gegröle erwarten. Als Geschwisterkinder streiten sich aus vielen Grünen. Sie könnten nur hungrig sein, müde, oder sie sind einfach voneinander gelangweilt. Frag alle Eltern, die zwei oder mehr Kinder haben, und sie werden dir bestätigen, dass Streitschlichten Teil des Elternseins ist. Während Geschwisterstreitigkeiten die Eltern belasten, ist es normal, dass Geschwister sich immer wieder mal anhimmeln und verabscheuen.

Sonnenseite hat die Ursachen für den Streit unter Geschwistern untersucht und herausgefunden, welche Rolle die Eltern in diesem Drama spielen müssen. Außerdem haben wir aufgedeckt, was laut Wissenschaft die Hauptgründe für Streitigkeiten zwischen Kindern sind.

1. Wissen, wann man eingreifen sollte und wann nicht.

Gewalt, Mobbing und andere Anzeichen für körperliche Konflikte müssen im Keim erstickt werden. Kein Streit kann rechtfertigen, dass man sich gegenseitig verprügelt. Aber wenn der Streit relativ harmlos ist und die Kinder damit fertig zu werden scheinen, gibt es keinen Grund, dazwischen zu gehen. Studien besagen, dass Kinder, die ihren Streit selbst klären, in Zukunft zu toleranten Erwachsenen werden. Und eine Studie weist darauf hin, dass man dadurch sogar ein besserer Mensch werden kann.

Wenn deine Kinder also das nächste Mal streiten, und sei es auch lautstark, dann lass sie das alleine klären, solange es keine körperliche Gewalt oder Beleidigungen gibt.

2. Vermittle, aber verurteile nicht.

Als Eltern lieben wir unsere Kinder gleichermaßen. Aber manchmal sind wir vielleicht nicht in der Lage, sie während eines Streits gleich zu behandeln. Es kann sein, dass du dich ungewollt auf die Seite eines Kindes stellst und damit noch mehr Ärger verursachst.

Wenn der Streit hässlich wird und du dazwischen gehst, ergreife keine Partei. Ermutige die Kinder stattdessen, es unter sich zu klären. Identifiziere das Problem als klein, mittel oder sehr groß. Bitte deine Kinder, Lösungen für das Problem zu finden, und hilf ihnen, selbst eine Übereinkunft zu erzielen.

3. Gib ihnen ein ’Timeout’.

Kinder werden schneller wütend als Erwachsene, aber das bedeutet auch, dass sie schneller darüber hinwegkommen und die Sache vergessen. Wenn du siehst, dass ein Streit ohne nützliche Ergebnisse weitergeht, solltest du den Streit abbrechen.

Bitte die Kinder, eine Pause zu machen, sich etwas Abstand zu nehmen und sich eine Auszeit vom Streiten und voneinander zu gönnen. Beschäftige die Kinder eine Zeit lang mit etwas anderem. Komme etwas später wieder auf das Thema zurück, wenn sich die Lage beruhigt hat und die Kinder ihre explosiven Gefühle vergessen haben.

4. Geht für eine Verschnaufpause nach draußen.

Ein guter Weg, um Streitereien von vornherein zu vermeiden, ist, die Kinder nach draußen gehen zu lassen, sich zu bewegen und Dampf abzulassen. Wegen der Pandemie waren die Kinder lange Zeit in geschlossenen Räumen eingesperrt. Wenn du Anzeichen von Launenhaftigkeit bemerkst, bitte sie, im Park Fußball zu spielen oder Fahrrad zu fahren. Geh mit ihnen, wenn du die Zeit dazu hast.

Ein Kind, das sich mit körperlicher Anstrengung ausgetobt hat, neigt weniger zu Streitereien und ist eher daran interessiert, eine warme Mahlzeit zu sich zu nehmen und ein paar schöne Stunden zu verbringen.

5. Nimm dir mit jedem Kind Zeit für ein persönliches Gespräch.

Jedes Kind ist so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Du musst deine Kinder nicht gleich behandeln, aber du musst sie fair behandeln. Wenn ein Kind einen Film anschauen möchte, während das andere sich mit einem Buch einkuscheln will, dann lass sie ihre Zeit für sich haben. Achte bei Belohnungen und Geschenken darauf, dass du jedem Kind das schenkt, was es persönlich mag, anstatt allen Kindern das Gleiche zu schenken.

Kinder jeden Alters und Geschlechts haben vielleicht eine Reihe von Problemen, über die sie gerne mit dir unter vier Augen sprechen würden. Nimm dir als Mutter, Vater oder Betreuungsperson Zeit für jedes Kind. Rede mit ihnen oder verbring einfach Zeit mit ihnen. Indem ihr etwas macht, was euch beiden Spaß macht, stärkt ihr eure familiäre Bindung.

6. Diszipliniere die Kinder.

Du solltest zwar nicht Partei ergreifen oder dich zu sehr einmischen, aber es gibt Momente, in denen du als Elternteil disziplinarisch vorgehen musst. Vergiss die Frage, wer den Streit angefangen hat. Wenn die Geschwister sich streiten, solltest du sie auf jeden Fall entsprechend disziplinieren. Auszeiten, Hausarrest, das Aufschreiben von Gefühlen, die Auswahl von Aufgaben rund um den Haushalt — was immer für dich und deine Familiendynamik funktioniert.

7. Nimm den Spaß aus einem Streit.

Häufig streiten Kinder, weil sie die Aufmerksamkeit und das Rampenlicht mögen. Dein jüngstes Kind könnte genau aus diesem Grund das Opfer spielen.

Wenn deine Kinder das nächste Mal wegen Kleinigkeiten streiten, ignoriere sie. Schau gelangweilt und desinteressiert, und lass sie die Sache klären. Aber wenn sie etwas Nettes füreinander tun, solltest du es ausgiebig loben. Das nimmt den Streitereien den Spaß und macht den Kindern klar, dass sie umso mehr Lob und Aufmerksamkeit bekommen, je mehr sie zusammenarbeiten und friedlich zusammenleben.

8. Verstehe die Geschwisterdynamik.

Manchmal kommen Kinder gut miteinander aus, um sich dann im nächsten Moment an die Gurgel zu gehen. Kinder durchlaufen viele Phasen, und viele davon haben mit dem Alter der Kinder zu tun. Unabhängig davon, ob es sich um zwei Kinder oder eine ganze Rasselbande handelt, ändert sich die Geschwisterdynamik ständig, und als Eltern muss man mit dem Strom schwimmen.

Alle Kinder sind individuell, ihre Vorlieben und Abneigungen sowie ihre Hormone ändern sich immer wieder. Deshalb wird sich auch die Dynamik zwischen ihnen ständig verändern. Als Eltern können wir nur dann die Voraussetzungen für eine dauerhafte gesunde Beziehung schaffen, wenn wir die Werte der Familie und das Allgemeinwohl positiv vermitteln.

9. Als Elternteil solltest du vor allem Ruhe bewahren.

Vergiss nie, dass du ein Erwachsener bist. Egal, was die Kinder bei einem Streit unter Geschwistern getan, kaputt gemacht oder beschädigt haben, du kannst nicht einfach hineinstürmen und anfangen zu schreien und zu schimpfen. Wenn der Streit nicht so aggressiv ist, dass du sofort eingreifen und ihn beenden müsstest, solltest du innehalten und zunächst bis 10 zählen, bevor du dazwischengehst.

Beherrsche auf jeden Fall deine eigenen Gefühle, bevor du versuchst, die Kinder zu beruhigen. Andernfalls könnte die Lage aus dem Ruder laufen. Sie sind die Kinder und du bist der Erwachsene, egal wie schwierig oder unlösbar die Situation auch erscheint.

10. Diese Gründe für Geschwisterstreitigkeiten nennt die Wissenschaft.

Während die meisten von uns selbst Geschwister haben und die Rivalitäten kennen, fragen wir uns als Eltern immer, warum unsere Kinder so viel streiten.

Die Wissenschaft nennt einige Gründe für diese Streitigkeiten. Obwohl sie nicht überraschend sind, können sie zu einigen Einblicken führen, falls wir, als Eltern, unser Verhalten korrigieren wollen.

  • Bevorzugte Behandelung: In manchen Kulturen wird einem Geschlecht mehr Bedeutung als dem anderen beigemessen, was zu Missgunst und Streit unter Geschwistern führen kann.
  • Ein Schrei nach Eigenständigkeit: Kinder haben eine Menge zu lernen, sei es im Vorschulalter oder als Jugendlicher. Mit tobenden Hormonen oder begrenzten sozialen Kenntnissen kommt ein Streit um Gleichberechtigung mit ihren älteren oder jüngeren Geschwistern. Dies kann zu Missgunst und damit zu Streit führen.
  • Bedürfnis nach Aufmerksamkeit: Gelegentlich streiten sich Geschwister, wenn sie merken, dass sie dadurch deine Aufmerksamkeit als Elternteil bekommen. Dabei geht es mehr um das Bedürfnis nach Liebe und Zeit als um tatsächliche Streitereien.
  • Individuelle Stimmungen: Alle Kinder sind unterschiedlich, auch wenn sie die gleichen Gene teilen. Streitigkeiten zwischen Menschen, die in unmittelbarer Nähe zueinander leben, sind normal, solange sie guter Natur sind.
  • Erziehungsstil: Kinder lernen von dir, wie man Streit löst. Wenn sie sehen, wie ihr als Eltern streitet und alles gelassen angeht, werden sie lernen, dasselbe zu tun.

Welche Tricks gibt es in deiner Familie, um Geschwisterstreitigkeiten zu lösen? Erinnerst du dich, welche Tricks deine Eltern benutzt haben, als du und deine Geschwister noch jünger waren?

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