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Wie die Wachen sich während des Dienstes entspannen und 7 weitere Fakten über den Beruf der königlichen Garde

Jeder kennt die Pelzmütze, den roten Mantel, die steife Pose und das ernste Gesicht. Oft wird die Garde der Königin als wahre Ikone Großbritanniens betrachtet. Doch die meisten von uns sind sich der kleinen Details, die den Alltag dieser Soldaten bestimmen, nicht bewusst.

Wir von Sonnenseite haben ein paar Fakten zusammengestellt, die auf den Berichten ehemaliger königlicher Wächter beruhen, um euch zu zeigen, dass dieser Job ein wenig komplizierter ist, als es den Anschein hat.

1. Pipi-Pausen gibt es nicht.

Während ihrer Schicht auf den Wachtposten müssen die Wächter nicht völlig stillhalten (von Zeit zu Zeit marschieren sie eine kurze Strecke). Allerdings dürfen sie ihren Posten nie verlassen. Auch nicht, um auf die Toilette zu gehen.

Ihr fragt euch sicher, was passiert, wenn sie nicht in der Lage sind, ihr Geschäft zu verrichten und dringend auf die Toilette müssen? Sie tun es einfach trotzdem, direkt an Ort und Stelle. Angeblich können die dicken Wollhosen jede Spur des “Unfalls” vertuschen. Beim Geruch sind wir uns allerdings nicht so sicher.

2. Insgesamt können sie bis zu 6 Stunden am Tag im Stehen verbringen.

Nachdem ein Soldat beim BARB-Test ein passables Ergebnis erzielt hat, ist er bereit, der königlichen Garde beizutreten. Die Vergütung für diese Tätigkeit richtet sich nach einer von der britischen Armee erstellten Gehaltsliste und beginnt bei 20.400 £ (etwa 24.500 €).

Ein Arbeitstag kann zwischen 24 und 48 Stunden dauern, wobei 2 Stunden Wachdienst und 4 Stunden Freizeit anfallen.

3. Sie können für Lachen im Dienst bestraft werden.

Einige halten es für fast übernatürlich, dass die königliche Garde stets eine ernsthafte Miene zu wahren scheint — trotz zahlreicher täglicher Versuche, sie zum Lachen zu bringen. Allerdings haben sie eine ziemlich gute Motivation, der Versuchung zu widerstehen.

Sollte ein Wachmann während seines Dienstes lächeln, kann die Strafe bis zu 180 Euro betragen. Gar nicht so lustig.

4. Sie sind nicht einfach bloß “zeremonielle Soldaten”.

Obwohl sie hauptsächlich für ihre zeremoniellen Aufgaben bekannt sind, sind die Soldaten der königlichen Garde alle Teil der britischen Armee. Normalerweise handelt es sich dabei um gut ausgebildete Infanteristen, die oftmals bereits über Kampferfahrung verfügen.

Die Monarchie hat seit der Herrschaft von König Heinrich VII. im fünfzehnten Jahrhundert eine eigene Garde handverlesener Soldaten. Die zeremonielle Tradition wurde jedoch erst später, um 1689, eingeführt.

5. Ihre Waffen sind tatsächlich nicht geladen.

Möglicherweise ist einer der Hauptgründe, warum die königliche Garde sich immer so ernst verhält, die Hoffnung, dass dies Störenfriede fernhält und sie ihre Waffen nicht einsetzen müssen — denn keine ist geladen.

Sie führen nie geladene Waffen, es sei denn, es liegt eine ernsthafte Bedrohung vor, die sie dazu zwingt.

6. Sie haben eine besonders große (und verständliche) Abneigung gegen Hitze und Regen.

Die schweren Mäntel können an heißen Sommertagen dazu führen, dass Soldaten in der Hitze tatsächlich ohnmächtig werden. Wenn das passiert, ist es nicht so simpel, einfach ohnmächtig zu werden. Die Wächter folgen einem “Ohnmachts-Knigge”, der sie dazu anhält, sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden fallen zu lassen und ihre Gewehre niemals aus der Hand zu legen.

An Regentagen (und davon gibt es in England eine ganze Menge) können die Bärenfellmützen durch das Wasser 2 bis 3 Kilo schwerer werden.

7. In den Reihen der königlichen Garde gibt es auch Frauen.

Zwar werden die ikonischen Soldaten in der Regel mit männlichen Gestalten assoziiert, aber immer mehr Frauen schließen sich der königlichen Garde an.

Im Jahr 2000 übernahmen die ersten Frauen den Wachdienst vor der offiziellen Residenz der Königin in London. Kürzlich wurde eine Soldatin zur Anführerin der königlichen Garde im Buckingham Palace ernannt.

8. Sie dürfen auch ein wenig Spaß bei der Arbeit haben.

Zwar ist es ihnen nicht erlaubt zu lachen, aber das heißt nicht, dass es verboten ist, einen Sinn für Humor zu haben. Gelegentlich hat die königliche Garde durchaus ihren Spaß.

Beispielsweise bei der Wachablösung, wenn die Kapelle nicht die traditionelle Militärmusik spielt, sondern stattdessen den Hunderten von Zuschauern ein paar unterhaltsamere Stücke vorträgt, wie die Titelsongs von Star Wars, Indiana Jones oder Austin Powers.

Gibt es noch andere Kuriositäten über die königliche Garde, die wir vielleicht nicht erwähnt haben? Bitte verratet es uns in den Kommentaren.

Please note: This article was updated in August 2021 to correct source material and factual inaccuracies.
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